2000 - 2014 Die Zukunft beginnt: Konsolidierung innerhalb der Clear-Channel-Gruppe

Werben, wo der Kaufentscheid gefällt wird: Digital Shopping Media.

2010 wird Jürg Rötheli neuer CEO. Unter ihm findet die Konsolidierung aller Gruppengesellschaften in die Clear Channel Schweiz AG statt, mit neuem, einheitlichen Unternehmensauftritt. Möglichkeiten der digitalen Werbung werden mit Pilotprojekten evaluiert und im Markt eingeführt, um noch zielgruppenspezifischer zu werben. Neue Marketingtools werden entwickelt, die präzise abgestimmt sind auf das System Plakatwerbung. Clear Channel Schweiz erkennt den Zeitgeist und das Tempo, das nicht weniger herausfordert als in den 1920er-Jahren.

Der Flughafen Zürich bietet modernste Architektur und Werbeflächen für einzigartige Kampagnen und exklusive Imagewerbung.

Die jüngsten Jahre sind geprägt von Medienvielfalt und Informationsflut durch das Internet, das sowohl zu Hause, am Arbeitsplatz als auch unterwegs genutzt werden kann. Unter dem Credo «massgeschneiderte Kommunikationslösungen» reagiert Clear Channel Schweiz mit dem Ausbau des Portfolios. Das Angebot wird laufend um attraktive Plakatstellen erweitert, mitunter mittels geschickter Akquisition attraktiver Konkurrenten. 2008 übernehmen die Private-Equity-Unternehmen Thomas H. Lee Partners und Bain Capital den Clear-Channel-Konzern. Mit dem Kauf der CAC City Advertising Company AG wird 2009 das Angebot um weitere attraktive Stellen ergänzt.

Über 1300 Ösen sichern das 300kg schwere und 750m2 grosse Megaposter im 2003 eröffneten Parkhaus 6 des Flughafens Zürich gegen Wind und Wetter. Damit bietet Clear Channel 2003 die grösste permanente Plakatstelle des Landes an.

2001, nach der Übernahme durch den US-Aussenwerber Clear Channel, steht ein nächster Namenswechsel an. CEO Beat Roeschlin und sein Team verschaffen der Tochtergesellschaft Clear Channel Plakanda 2003 die schweizweit grösste permanente Plakatstelle und einen Exklusivvertrag mit Shell (Switzerland). In den Folgejahren werden zahlreiche Schweizer Aussenwerbefirmen übernommen: 2005 vergrössert die Clear Channel Gruppe ihr Angebot um das Plakatstellennetz der Plakatron AG, im selben Jahr folgt der Erwerb der Firma Infotrak AG und 2006 die Übernahme der Felice GmbH. Mit Letzterem baut die Gruppe ihr Segment im Megapostergeschäft markant aus.

1990 - 1999 Entwicklung zum Medienunternehmen Plakanda Holding AG

Der neue gemeinsame Auftritt nach aussen: Kundendokumentation Plakanda AWI 1999, Kreation visualix.

In den 90er-Jahren breitet sich Werbung geradezu inflationär aus. 1989 wird das Familienunternehmen an die Distral Holding AG und später an den Schweizer Unternehmer Peter Gmür verkauft. Die 1991 offiziell in Plakanda AG umbenannte Gesellschaft durchläuft einen Boom. Man setzt auf Qualitätsstellen, maximale Occupation Rate und cleveres, kontinuierliches Wachstum. Im Rahmen des Zürcher Plakatierungsgesamtkonzepts GK92 wird mit den Behörden und der APG ebenso geschickt verhandelt wie bei den wegweisenden Übernahmen der Konkurrenzfirmen AWI AG 1996 und OFEX AG 1999 …

Impressionen der Plakandasommerparty «Festa Ticinese 1993».

1999 folgt der Erwerb der Firma Interpubli Werbe AG. Die Fusion mit der AWI erweitert das Portfolio um 10'000 Stellen, die Fusion mit der OFEX AG – Aussenwerber am Flughafen Zürich – um 4'000. Dadurch steigt die Plakanda zur Nummer zwei im Schweizer Aussenwerbemarkt auf. Bis zum Verkauf der Plakanda Holding im Jahr 1999 an die Clear Channel Outdoor erreicht der Umsatz die 100-Millionen-Franken-Grenze. CEO Beat Roeschlin lässt den Boom feiern; die Plakandasommerpartys avancieren zum absoluten Highlight der Medienbranche.

1980 - 1989 Vom Kleinbetrieb zur Plakatgesellschaft Plakat & Propaganda AG

Beispiel eines Streuplans für den Spezialaushang B12 auf reserviertem Stellennetz, 1980 Stadt Zürich.

Die 80er-Jahre sind der Beginn der festen Werbeetats und der Diskussionen über Werbetonalität und -inhalte. Die Plakat & Propaganda AG berücksichtigt die Wünsche ihrer Kunden und stellt ihr Konzept auf individuelle Lösungen um: nebst Streuaushang auch Spezialaushang auf der Grundlage neutral ermittelter Leistungswerte. Bereits 1981 steigert die Firma ihren Umsatz auf eine Million Franken. Die Unternehmensstrategie ist nicht wahllos, sondern ein nachhaltiges, von Zürich aus wachsendes Portfolio.

1960 - 1979 Plakat & Propaganda AG bricht das APG-Konzessionsmonopol

Zwei Werbeinserate der Plakat & Propaganda AG in der «Neuen Zürcher Zeitung», 1965 und 1971.

Wirtschaftswunder, zunehmende Internationalisierung und Verlagerung der Werbung von der Produktinformation hin zur Imagewerbung bescheren der Plakatbewirtschaftung in den 60er-Jahren weitere Zuwächse. Der seit fast 50 Jahren dauernde «Kampf um das Plakatanschlagrecht in Zürcher Gemeinden» wird für die Plakat & Propaganda AG positiv entschieden: Als Erste spricht 1964 Zollikon dem Unternehmen das Recht zum Plakataushang auf öffentlichem Grund aus, weitere Erfolge mit Teil- oder Alleinkonzessionen für den Plakataushang zeichnen sich in anderen Gemeinden ab.

Grossreklamefläche an der Fabrikstrasse 12 in Zürich, 1969.

Den diesbezüglich grössten Erfolg verzeichnet die Firma mit dem Zuschlag in den Zürcher Stadtkreisen 6, 10 und 11 per 31. März 1970. Die 70er-Jahre bringen dem Unternehmen technische Neuerungen, die Debatte um Werbeverbote für Suchtmittel, einen Abstecher in den Fahrzeugservice und 1974 sowohl den Rückblick auf 50 Firmenjahre als auch die Übernahme durch die Familie René und Rosemarie Baumann.

1940 - 1959 Pionierzeit der Plakat & Propaganda AG

«Das schwarze Brett des Plakates» der Plakat & Propaganda AG in der Urbangasse beim Bellevue Zürich, 1957.

Bricht schweizweit die Produktion in den kriegerischen 40er-Jahren teilweise ein, wird doch konstant geworben, und sei es nur, um die Waren den Verbrauchern in Erinnerung zu bringen. Plakanda ist bemüht, neue Reklameflächen beispielsweise auf städtischen Sportanlagen zu akquirieren, bestehende Verträge zu erneuern oder zu ergänzen. Mit der Aktion «Das schwarze Brett des Plakates» macht sie nicht nur auf das 35-jährige Bestehen der Plakat & Propaganda AG aufmerksam, sie schafft damit auch eine über viele Jahre wirksame Marketingkampagne. Die Stadt Zürich verpflichtet die Plakanda in den 50er-Jahren, keine politischen Plakate anzubringen.

1920 - 1939 Gründerjahre der Plakat und Propaganda A.-G.

Reklamewand Engequartier/Bleicherweg Zürich, 1938.

Die Gründung der Plakat und Propaganda A.-G. durch Rudolf und Wanda Häuptli-Schiller im Dezember 1924 fällt in die Goldenen Zwanziger, die eine künstlerische Avantgarde und massenhaft produzierte Waren prägen. Das Plakat wird zum zentralen Werbemittel. Plakat und Propaganda A.-G. platziert Werbung in Zeitungen, Schaufenstern, bald auch Plakate auf privatem und öffentlichem Grund. Rasch kristallisiert sich die Kämpfernatur des Unternehmens heraus, das um jede Plakatstelle ringt und sich gegenüber Behörden, insbesondere gegen deren Vorschriften über den Anschlag von Reklamen und gegenüber der domi-nanten Stellung der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG wehrt.

Zweifacher Logowechsel in den 1930er-Jahren.

Damit einher geht der Namenswechsel auf den fortan gebräuchlichen Marketingnamen Plakanda. Juristisch wird weiterhin unter dem im Handelsregister eingetragenen Namen Plakat und Propaganda A.-G. operiert. Ende der 30er-Jahre steht Plakanda da mit einem neuen Wort-Bild-Logo, hinzugewonnenen Plakatstellen und dem Unternehmer Heinrich Erb, der Häuptlis die Gesellschaft abgekauft hat.